ESSEN

 

 

Ihr ursprünglicher Verbreitungskreis sind asiatische Länder. Dort sind sie weitestgehend domestiziert und werden als Zugtiere für Feldarbeiten eingesetzt. Wasserbüffel finden sich seit einiger Zeit aber auch in der Gemeinde Essen. Frank Diekmann aus der Bauerschaft Herbergen hat erste Informationen auf der „Grünen Messe“ über die Tiere eingeholt und die Berichte der dortigen Aussteller machten ihn neugierig.

Als eine Züchterin in Schleswig-Holstein aus Altersgründen die Zucht aufgab, holte er die ersten Tiere. Inzwischen sind es 18 Wasserbüffel, die er in Essen und Löningen hält. Da der natürliche Lebensraum Feuchtgebiete sind, hat der junge Züchter entlang der Lager Hase Überschwemmungsflächen gepachtet. „Es kann sein, dass ein Foto nicht möglich ist, da die Tiere sehr personenbezogen reagieren,“ macht er auf der Fahrt zum ersten Standort im Ahauser Meer deutlich.

Dort angekommen, lockt er die Tiere mit lautstarken Zurufen und dem Klappern des Futtereimers. Langsam nähert sich als erstes der Bulle „August“, der aber zunächst den Fremden kritisch beäugt, doch als Besitzer Frank Diekmann auf ihn zugeht und anfängt, das große Tier zu kraulen, genießt der Bulle die Streicheleinheiten sichtlich. Zunächst aus weiterer Entfernung, kommen dann auch die Kühe dazu. Die Damen sind aber deutlich zurückhaltender.

Nachdem Futter und Streicheleinheiten verteilt worden sind, geht es weiter zum zweiten Standort in der Nähe der Oberschule Essen. Hier zeigt der Züchter zunächst das Weideverhalten der Tiere, die alles was grün ist bis in Kopfhöhe fressen. Deutlich wird das an einem mit Efeu bewachsenen Baum, an dem die Tiere das Efeu bis zu einer Höhe von rund zwei Metern abgefressen haben. Ähnlich ist es auch bei einer Gruppe wild gewachsener Bäume. „Die Tiere sind sehr genügsam, was das Futter anbetrifft, schlagen allerdings Leckereien wie Äpfel oder Möhren nicht aus. Sie fressen aber auch Binsengras.“

Das Wesen der Tiere bezeichnet Diekmann als stressfrei und sehr pflegeleicht. Da es sich bei der von ihm gezüchteten Sorte um rumänische Büffel handelt, kommen sie mit den Witterungsverhältnissen gut zurecht und können das ganze Jahr über draußen gehalten werden. Außerdem sind sie sehr widerstandsfähig und krankheitsresistent. Auf der Weide an der Oberschule ist das Revier von Bulle „Dino“ und seinen Kühen, die sich unter einer Baumgruppe in etwa 100 Meter Entfernung aufhalten.

Dino wird nicht lange auf sich warten lassen. Er ist dauernd hungrig,“ erklärt Frank Diekmann und tätsächlich bedarf es keiner großen Anstrengung, bis der Bulle angestürmt kommt. Auch Dino geht sofort auf Frank Diekmann zu, spielt zunächst mit dem Futtereimer an dem er offensichtlich noch den Geruch von Bulle „August“ wahrnimmt, und dann lässt er sich genüsslich kraulen. Die Kühe sind derweil ebenfalls angekommen, halten sich aber auch hier sehr zurück. „Sie lassen sich zwar auch streicheln, aber nur, wenn sie Lust darauf haben“, erklärt Frank Diekmann.

Dann legt der Züchter seinen Kopf auf die breite Stirn des Tieres zwischen die etwa 30 Zentimeter langen Hörner. Ein Anblick, der zunächst den Atem stocken lässt, aber auch die tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Tier deutlich macht. „Dino vertraut mir völlig.“ Das habe sich auch gezeigt, als die Tiere bedingt durch das Hochwasser von der Weide geholt werden mussten. Diekmann sagt, er sei vorangegangen auf den Transporter und der Bulle sei ihm sofort mit den Kühen gefolgt.

Das Fleisch wird regional vermarktet.

Das Zutrauen des Tieres dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass Frank Diekmann jede freie Minute bei seinen „Landschaftspflegern verbringt, die auch Pflanzen fressen, die andere Tier verschmähen. Diekmann hat erhebliche finanzielle Mittel in sein Hobby investiert. Verwertet wird von den Tieren alles, bis auf den Kopf. Wasserbüffelfleisch gilt als sehr gesund, da es völlig unbelastet und cholesterinarm ist. Zudem hat es nach Aussagen der Familie einen angenehmen Eigengeschmack. Geschlachtet werden die Tiere bei einem Alter von drei Jahren und einem Gewicht von rund 800 Kilogramm.

 

Das Fleisch wird regional vermarktet, zum Beispiel in Fleischereien in Lastrup und in Bakum. Wasserbüffel können bis zu 25 Jahre alt werden. Die Tiere der Herde von Frank Diekmann sind zwischen 12 Monate und 14 Jahre alt und wiegen 400 bis 800 Kilogramm. Nachwuchs gibt es bei den Büffeln nur einmal im Jahr, da die Tragezeit elf Monate beträgt.

Frank Diekmann
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